Putten - ein Schlüssel zum Erfolg
30.10.2019

Im Golf Club de Genève ist man sich gewohnt, grosse Turniere auszutragen und den Platz auf Tour-Niveau zu trimmen, schliesslich gastiert die Challenge Tour (Rolex Trophy) jeden Sommer am Genfersee. Seit dem aufwändigen Umbau und dem Grünaufbau nach dem Vorbild von Augusta National – die Grüns können je nach Bedarf von unten belüftet bzw. die Nässe kann gezielt abgeführt werden – verfügt der Privatclub über die schnellsten Grüns der Schweiz. Davon konnten sich die Mitglieder der Swiss PGA Anfang Oktober in Genf überzeugen; der Privatclub stellte seinen Platz für die Swiss PGA Championship zur Verfügung. «Die Swiss PGA hat innerhalb des Schweizer Golfsports eine Schlüsselrolle inne – Pros unterrichten Golfer, ohne sie kann sich unser Sport nicht weiterentwickeln», erklärt François Lautens, Manager des GC de Genève. Deshalb sind Manager und Vorstand in Genf auch der Meinung, dass es «sehr wichtig ist, die Swiss PGA zu unterstützen».

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Unterstützung erfuhr der Verband im Rahmen der Swiss PGA Championship in vielfältiger Weise: Der Club organisierte die Meisterschaft perfekt, offerierte Mahlzeiten und fand einen Preisgeldsponsor für die einzelnen Tage. Dies in Kombination mit herzlicher Gastfreundschaft und einem erstklassig gepflegten Platz wird den Teilnehmern nachhaltig in Erinnerung bleiben.

«13,4 (4,05 Meter)» stand am Donnerstag, 3. Oktober, bei der Finalrunde am Stimpmeter – eine Grüngeschwindigkeit, die man ansonsten wohl nur bei Major-Turnieren findet. Eine ungewohnte Herausforderung selbst für jene Swiss-PGA-Mitglieder, die regelmässig Turniere spielen. Corsin Caviezel, der an diesem Finaltag die Konkurrenz mit 68 Schlägen in Grund und Boden spielte, sagt dazu: «Auf diesen Grüns zu putten hat extrem Spass gemacht – und zugleich demütig.» Er habe noch nie zuvor das Glück gehabt, auf so schnellen Grüns spielen zu dürfen. «Die Proberunde habe ich nach 9 Löchern abgebrochen, um mich dem Putting zu widmen und an diese Grüngeschwindigkeit zu gewöhnen.» Vor der ersten Turnierrunde habe er 90 Minuten (!) auf dem Putting Green gestanden – «insgesamt investierte ich in den vier Tagen in Genf etwa drei Stunden ins Putting-Training». GCGManager François Lautens versteht dies als Lob: «Unser Greenkeeping-Team hat im Vorfeld der Swiss PGA Championship nichts Besonderes gemacht – wir haben die Grüns täglich auf 3,5 Millimeter geschnitten und gerollt.»

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Das Putting-Training in Genf sollte sich für Corsin Caviezel bezahlt machen. Denn der Schlüssel zum Erfolg liegt in Genf im kurzen Spiel. «Die Grüns und deren Umgebung sind sehr anspruchsvoll. Das Spiel aus unter 80 Metern ist extrem wichtig», so Caviezel. Und weil der Bündner diese Grüns besser im Griff hatte als die Konkurrenz – er benötigte 28, 34 und am Schlusstag nochmals 28 Putts –, konnte er in Genf seinen zweiten Swiss-PGA-Champion-Titel feiern.

Aufholjagd startete mit Eagle

Dabei hätte vor der dritten Runde wohl kaum einer auf Corsin Caviezel als Sieger gesetzt; der Bündner lag sechs Schläge hinter Marc Dobias und fünf hinter Justin Brink zurück. Die beiden teilten sich am Ende mit zwei Schlägen Rückstand auf Caviezel Rang 2 teilten. «Ich startete in die Finalrunde mit dem Ziel, Spass zu haben – ich wollte ‚Juniorengolf’ spielen, es auf dem Platz richtig krachen lassen», so der 32-Jährige mit spitzbübischem Grinsen. «Mir war klar, dass das in neun von zehn Fällen schief geht, aber ich hatte nichts zu verlieren.» Der 32-Jährige spielte offensiv, hatte auf den ersten sieben Bahnen sechs Birdie-Putts aus jeweils weniger als vier Metern, versenkte aber keinen. Also griff er auch auf Bahn 8, einem Par 5 Dogleg links mit Wasser vor dem Grün, aus 192 Metern mit dem zweiten Schlag an – «ich musste einen 80-Meter-Hook um die Bäume spielen, der Ball landete eineinhalb Meter neben der Fahne», so Caviezel. «Nachdem der Putt zum Eagle gefallen war, befand ich mich ‚im Tunnel’. Auf der 9 lochte ich von ausserhalb ein, auf der 10 stopfte ich einen 15-Meter-Putt… und in den darauf folgenden beiden Stunden spielte ich mein bestes Golf.» Nach 13 gespielten Löchern der Finalrunde fand sich Caviezel an der Spitze des Leaderboards wieder, doch der Druck sei nicht so gross gewesen wie bei seinem ersten Titel. 2016 hatte Caviezel bei der Swiss PGA Championship in Andermatt einen Start-Ziel-Sieg gefeiert und am Finaltag im letzten Flight gespielt. In Genf jedoch musste er im Clubhaus warten, bis die nach zwei Tagen Führenden die Runde ebenfalls beendet hatten, um sich erneut als Swiss-PGA-Champion feiern zu lassen. «Im letzten Flight mit dem letzten Putt des Turniers zum Sieg einzulochen ist das Schönste für einen Golfer. Aber als ‚einfacher Bündner’ im welschen Genf zu gewinnen, ist auch etwas Besonderes», so Caviezel.

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Corsin Caviezel - Swiss PGA Champion 2019 (Men)

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David Thompson - Swiss PGA Champion 2019 (Seniors)

Die Leistung des in Diensten des GC Ybrig stehenden Teachin Pros findet auch bei den Genfern Anerkennung: «Der Platz und vor allem die Grüns waren schwierig; die Spieler brauchen Zeit, um sich an unsere Grüns zu gewöhnen. Die 68 von Corsin Caviezel am Finaltag war beeindruckend, und auch im Vergleich mit den Scores bei der Rolex Trophy eine herausragende Leistung», so François Lautens. Der Manager zieht aus Sicht des GC de Genève eine positive Bilanz dieses Events und ist überzeugt, dass sein Club die Swiss PGA bzw. deren Meisterschaft «bestimmt wieder einmal beherbergen wird». Wann dies sein wird, ist noch offen.

Klar ist dagegen, wer den Senioren-Titel bei der Swiss PGA Championship 2019 geholt hat: David Thompson feierte einen Start-Ziel-Sieg und gewann mit drei Schlägen Vorsprung auf Karim El Baradie; weitere drei Schläge zurück holte sich Lloyd Freeman Rang 3.

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