Er begleitet Schweizer Golf-Karrieren
25.03.2020

Im Januar durfte Marc Chatelain sein neues Amt als Chef Leistungssport und Nachwuchs bei Swiss Golf antreten. Zuvor hatte der Bündner beim nationalen Verband den Nachwuchsbereich betreut. Sein Aufgabengebiet bei Swiss Golf wurde somit deutlich erweitert. Chatelain stellt klar: «Ich habe nicht den Job von Paolo Quirici übernommen und somit auch nicht 1:1 die gleichen Kompetenzen und Aufgaben wie er.» Swiss Golf habe im Zuge der Neustrukturierung den Bereich «Sport» neu organisiert. «Für mich bedeutet der neue Job, dass ich nicht mehr nur für den Nachwuchsbereich, sondern für das ganze Spektrum unserer Athleten – vom Nachwuchskader bis zum Pro – zuständig bin», erklärt Chatelain. Innerhalb von Swiss Golf rapportiert er an Barbara Albisetti, die neu den Bereich «Sport» verantwortet und die Geschäftsstelle künftig gemeinsam mit dem Chef «Service» leitet.

Als Chef Leistungssport und Nachwuchs ist Chatelain Ansprechperson für alle ambitionierten Golferinnen und Golfer in der Schweiz. Übertragen auf das FTEM-Schema von Swiss Olympic bedeutet dies, dass Chatelain nun sämtliche Bereiche von T bis M verantwortet und unter anderem für das Swiss Golf Team verantwortlich ist, welchem derzeit neun Playing Professionals angehören. In seiner früheren Funktion war Chatelain dagegen hauptsächlich für den Nachwuchs (T) verantwortlich gewesen.

Die Struktur im Sport-Bereich von Swiss Golf bringt laut Marc Chatelain für die Athleten Vorteile, unter anderem weil diese für Kontinuität sorgt. «Unsere Coaches gehen seit 2015 mit den Spielern mit, das heisst, sie betreuen die Sportler vom U14-Elite-Kader bis in den E- oder M-Bereich. Das macht es für Athleten und Coaches einfacher, weil man kontinuierlich gemeinsam weiterarbeiten kann und die Kommunikationswege einfacher – weil bekannt und eingespielt – sind.»

SPGA Captain

Marc Chatelain, Swiss PGA Vice-President and Member Support Playing Professionals

Änderungen gibt’s auch beim jetzigen Swiss Pro Team unter der Leitung von Stuart Morgan. Neu heisst es Swiss Golf Team und es werden auch Spitzenamateure in die Trainingsstruktur aufgenommen. «In den letzten Amateurjahren wollen wir diese Spieler auf den Wechsel zu den Professionals vorbereiten. Sie müssen ‚parat’ sein, wenn sie diesen Schritt machen», sagt Chatelain.

Der neue Chef Leistungssport und Nachwuchs bei Swiss Golf hat sein Amt in einer äusserst herausfordernden Zeit angetreten. Die Coronavirus-Krise hat auch den Golfsport fest im Griff: «Viele Aktivitäten, die wir starten wollten, werden zurückgeschoben. Der internationale Turnierkalender der Athleten muss nun überdacht werden. Und nicht zuletzt geht es jetzt auch darum, unsere Spieler in den nächsten Wochen oder Monaten zu Hause zu beschäftigen.» Der Fitness-Bereich bereitet Chatelain weniger Kopfzerbrechen, «die Athleten sind darin geschult, auch ausserhalb des Gyms oder des gemeinsamen Kadertrainings, also zu Hause, zu trainieren». Herausfordernder sei es, den Golf-spezifischen Teil zu trainieren. «Diese Krise kann aber auch eine Chance sein, in Bereichen zu arbeiten, die sonst etwas zu kurz kommen», erklärt Chatelain. Er sehe gute Möglichkeiten im mentalen Bereich, beispielsweise mittels Visualisierung und Abläufen von Routinen, golferisch fit zu bleiben. Wichtig sei zudem, dass die Spieler positiv denken: «In Europa sitzen alle im gleichen Boot, derzeit kann niemand auf dem Platz trainieren. Wenn die Saison dann wieder losgeht, hat keiner einen Trainingsvorteil.»

Seine Hauptaufgabe sieht er darin, in der Schweiz die Rahmenbedingungen für Leistungsgolfer so zu gestalten, dass die Athleten Erfolg haben können. «Das heisst unter anderem eine entsprechende Trainingsstruktur und -kultur zu gestalten. Swiss Golf hat sich gegen ein nationales Leistunszentrum entschieden. Deshalb suchen wir jetzt nach anderen Lösungen», erklärt er. Eine Winter-Base im Ausland, in der Schweizer Spitzengolfer gemeinsam trainieren können, befinde sich derzeit in der Projektphase. Auch eine vertiefte Zusammenarbeit mit Indoor-Anlagen in der Schweiz werde derzeit geprüft. «Wir schauen uns die in der Schweiz vorhandene Infrastruktur genau an. Unser Ziel ist es in den Regionen mit bestehenden Anlagen Kooperationen einzugehen, um im Winter ein gutes Angebot schaffen zu können. Kunstrasen ist dabei ein gutes Stichwort, hier hat in den letzten Jahren eine grosse Entwicklung stattgefunden», sagt Chatelain. Er betont in dem Zusammenhang auch: «Swiss Golf setzt auf Kooperationen, der Verband strebt nicht den Besitz einer Trainingsanlage an.»

Marc Chatelain ist nicht nur dem Dachverband Swiss Golf eng verbunden, er ist seit Jahren auch Vorstandsmitglied der Swiss PGA. Hier tritt er aufgrund seiner neuen Position bei Swiss Golf etwas kürzer: «Im Rahmen der Neustrukturierung des Swiss-PGA-Vorstands haben wir bereits im letzten Jahr die Aufgaben intern neu geordnet», erklärt er. Das Captain-Amt, das Chatelain lange inne hatte, wurde auf zwei Personen aufgeteilt. «Ich kümmere mich innerhalb der Swiss PGA um die Playing Professionals; neben den Mitgliedern des Swiss Golf Teams haben wir in der Schweiz weitere 25 Golferinnen und Golfer, die ihren Lebensunterhalt mit Turnierspielen verdienen», sagt Chatelain. Um die Turniere der Swiss PGA kümmert sich seit 2019 Gianluca Patuzzo, ebenfalls Vorstandsmitglied der Swiss PGA.

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