Professioneller Auftritt am Sempachersee
26.06.2019

Swiss PGA-Captain Marc Chatelain zieht nach der Swiss Challenge Anfang Juni auf Golf Sempachersee ein positives Fazit. 14 Mitglieder der Swiss PGA waren bei diesem Challenge-Tour-Turnier am Start gewesen, drei von ihnen schafften den Sprung ins Wochenende und damit ins Preisgeld. Der Traum vom Heimsieg, wie ihn Joel Girrbach 2017 hatte feiern können, war dieses Jahr allerdings rasch ausgeträumt. «Ich hatte natürlich gehofft, dass einer der Swiss PGA-Pros bis zum Sonntagnachmittag um den Sieg würde mitspielen können», sagt Chatelain. «Man muss sich aber auch bewusst machen, dass dies das einzige Heimturnier auf der Challenge Tour ist – da sind Erwartungen und Druck höher. Für manchen unserer Pros ist dies zudem die einzige Startgelegenheit auf der Challenge Tour», relativiert der Swiss PGA-Captain die Erwartungshaltung.

SPGA Captain01

Marc Chaterlain / Swiss PGA-Captain

Morgan

Stuart Morgan / Performance Manager

Gehofft habe er vor allem auf die Playing Professionals, die das ganze Jahr auf irgendwelchen Tours unterwegs sind und ihren Lebensunterhalt mit Golfspielen verdienten. (Die Swiss PGA konnte elf Startplätze vergeben; diese gingen mit erster Priorität an jene Mitglieder des Swiss Pro Teams, die keine Category auf der Challenge Tour aufweisen. Drei Startplätze wurden aufgrund der Swiss PGA-Order-of-Merit des laufenden Jahres vergeben, die restlichen gemäss Order of Merit 2018. Joel Girrbach, Marco Iten und Raphael de Sousa qualifizierten sich aufgrund ihres Challenge-Tour-Rankings fürs Teilnehmerfeld.) Es waren dann aus Schweizer Sicht auch drei Tour-Professionals, die den Cut überstanden – und einer von ihnen, Marco Iten, hatte die Fans zumindest eine Runde lang auf einen erneuten Heimsieg hoffen lassen. «Marco ist mit einer 65er-Runde sehr gut ins Turnier gestartet. Leider reicht auf dieser Tour eine einzige sehr tiefe Runde nicht aus, um am Sonntag ganz vorne dabei zu sein. Um zu gewinnen, braucht es vier Runden von jeweils 4 oder 5 unter Par», weiss Chatelain. Die Statistik gibt ihm Recht: Der Sieger der Swiss Challenge 2019, der Portugiese Ricardo Santos, lag nach vier Runden 15 unter Par.

Rusch

Benjamin Rusch

Iten 3

Marco Iten

«Positiv zu werten ist die Konstanz unserer Playing Professionals. Benjamin Rusch spielte vier sehr konstante Runden, keine über Par, und klassierte sich damit auf Rang 25», sagt Chatelain. Ebenfalls positiv vermerkte der Swiss PGA-Captain das Auftreten seiner «Schützlinge» auf und neben dem Platz: «Ich erwarte von allen Swiss PGA-Mitgliedern, dass sie sich bei einem solchen Turnier gut präsentieren. Das umfasst den sportlichen Auftritt auf dem Parcours und das Verhalten vor Ort. Ein Golf Professional muss sich und die Swiss PGA jederzeit gut repräsentieren.» In diesem Punkt stellt Chatelain seinen Kollegen ein gutes Zeugnis aus: «Unsere Spieler gaben sich auch nach Beendigung ihrer Runde sehr professionell, waren für Fans und Sponsoren da und haben am Samstag beim Juniors Day fleissig Autogramme geschrieben.» Das Bild vom Beruf Golfpro habe sich in der Schweiz in der jüngeren Vergangenheit deutlich geändert, sagt Chatelain: «Der Beruf des Golf Professionals beinhaltet mehr, als nur gut Golf zu spielen. Das Bewusstsein dafür ist gestiegen. Golfpro ist eine Lebenseinstellung – man muss sich ein Umfeld schaffen, das es einem erlaubt, Top-Leistungen zu erbringen. In jedem Bereich!»

Swiss Challenge 02

Marco Iten begeistert Nachwuchs (Quelle: Swiss Golf)

Top-Leistungen sind notwendig, wenn man auf der Challenge Tour gewinnen und in die European Tour aufsteigen will. «Konstanz ist schön und gut, aber mit zehn Top-10-Klassierungen auf der Challenge Tour schafft man Ende Jahr den Sprung auf die European Tour nicht», weiss Chatelain. Wer in der Order of Merit nach vorne will, braucht Podestplätze – «der Verteilschlüssel für Preisgeld und Ranking-Punkte bevorzugt die Top-Klassierten. Deshalb wird auf der Challenge Tour sehr aggressiv gespielt. Jeder weiss, dass er richtig tiefe Scores ins Clubhaus bringen muss, wenn er vorne dabei sein will.» Ein Thema, das Stuart Morgan, Performance Manager der Swiss PGA und von Swiss Golf, mit einzelnen seiner Schützlinge bereits diskutiert hat, weiss Chatelain. «Auch unsere Tour Professionals spielten dieses Jahr in Sempach vom Tee aggressiver als in früheren Jahren», sagt der Swiss-PGA-Captain.

Stuart Morgan war bei der Swiss Challenge vor Ort, beobachtete seine Schützlinge auf dem Platz sowie bei der Vorbereitung und gab anschliessend Feedback: «So, wie ich dies das ganze Jahr über mache.» Seine Arbeit mit den einzelnen Spielern sei äusserst individuell: «Jeder benötigt andere Tipps und andere Voraussetzungen, um Höchstleistungen erbringen zu können – einige brauchen Tipps zum Verhalten auf dem Platz, andere zur Vorbereitung aufs Turnier.»

Wie Chatelain hatte auch Morgan im Vorfeld der Swiss Challenge keine Rangierung als Ziel für die Schweizer formuliert gehabt. «Beim Golf kann man grossartig spielen und dennoch den Cut verpassen, oder aber trotz schlechter Tagesform in die Top-10 vorstossen. Deshalb setze ich keine bestimmte Klassierung als Ziel, sondern hoffe, dass meine ‚Schützlinge’ mutig, befreit und losgelöst vom Resultat spielen.» Er lasse sich von Resultaten nicht blenden: «Es freut mich natürlich, wenn meine Spieler gut abschneiden, aber in erster Linie sollen sie sich weiter verbessern und das tun, was nötig ist, um an die Spitze zu gelangen.» Erste Schritte sind getan, die Arbeit des Performance Coachs trägt bereits Früchte, doch auch Swiss-PGA-Captain Marc Chatelain weiss, dass noch einiges zu tun bleibt.

Die Klassierungen der Swiss PGA-Mitglieder bei der Swiss Challenge 2019 auf Golf Sempachersee (Par 71): 25. Benjamin Rusch 280 (68/71/70/71), 50. Mathias Eggenberger 285 (70/70/72/73), 56. Marco Iten 287 (65/73/77/72). Cut (141) verpasst: 84. Joel Girrbach 144 (71/73), 97. Luca Galliano 145 (72/73), 106. Perry Cohen 146 (75/71) und Raphaël de Sousa 146 (67/79), 116. Yann Pfeiffer 147 (69/78) und Philippe Weppernig 147 (71/76), 123. Jeremy Freiburghaus 148 (73/75), 139. Marc Dobias 151 (73/78) und Fredrik Svanberg 151 (76/75), 148. Jean-Luc Burnier 156 (73/83), 155. Roberto Francioni 166 (85/81).

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